Nomophobie

Die No-Mobile-Phone Angst oder die Angst ohne Handy zu sein.

Als Nomophobie bezeichnet man eine Art Trennungsangst dem Mobiltelefon gegenüber, die Angst davor ohne Mobiltelefon unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein. Die Gründe für eine solche Unerreichbarkeit könnten vielfältig sein. Vom Verlust über Beschädigung des Handys, bis hin zu einem leeren Akku. Die meisten Betroffenen finden sich in der Altersgruppe der 18 bis 25 jährigen.

Typische Verhaltensweisen können sich in Ängsten, depressiven Stimmungen oder Nervosität äußern, welche durch die ungewollte Abstinenz hervorgerufen werden. Merkmale dieser Nomophobie können unter anderem Stress, Schweißausbrüche, Zittern, Herzklopfen oder Panik im Falle einer Unerreichbarkeit bzw. eines ausgeschalteten Mobiltelefons sein. Darüber hinaus zeigt sich Nomophobie auch in dem Drang nach dem Mobiltelefon und einem Gefühl der Nacktheit, wenn das Mobiltelefon zu Hause gelassen wurde.

Als lernende Wesen können wir uns an sehr vieles gewöhnen, wir können uns regelrecht umstrukturieren. Wir haben uns daran gewöhnt die Zähne zu putzen, Menschen zu grüßen, sieben Stunden am Tag in einer Schulbank zu sitzen, mit Kopfhörer rum zulaufen, Maske zu tragen, einsam oder fröhlich zu sein. Aber nur weil unser Verhalten oder unser Gefühl sich an etwas angepasst hat, heißt dies noch lange nicht, das es gut für uns ist. Es bedarf immer wieder einer Überprüfung. Jedes Verhalten hatte einen vordergründigen Nutzen für unseren Körper und unsere Psyche, ansonsten hätten wir dies nicht zugelassen. Allerdings gibt es eine innere Kosten Nutzen Rechnung und die drängt uns von Zeit zu Zeit dazu, nach einschränkenden Verhaltensweisen ausschauzuhalten und Motivation für ein Update bereitzustellen. Wichtig ist, dass wir diese Intuitive Regung nicht verpassen. 

Woran erkennst Du, dass ein Update ansteht? Warum bist Du auf dieser Seite bei dem Wort Nomophobie gelandet? Dies könnte ein Anfang sein Dir unbewusste Ängsten bewusst zu machen und so Dein Leben zu verbessern. Es gibt viele Gründe wie es dazu kommt sich zu sehr mit einem Smartphone zu verbinden. Wichtig ist das man es merkt und etwas ändert. Angst ist ein wichtiges Symptom welches man beachten sollte. Angst ist aber wie das Sprichwort so schön sagt: kein guter Ratgeber. Entscheidungen rein aus der Angst heraus, sind selten sinnvoll.

Vorbeugung, also einen neuen Weg einschlagen, ist sinnvoll.

Das erste mal hörte ich von stark negativen Auswirkungen einiger digitaler Medien bei einem Informationstag einer Schule. Chef einer Suchtklinik für Computerspielsüchtige war Vortragender und vermittelte mögliche Probleme und Hilfestellungen bei der Sucht von Computerspielen. Besonders im Gedächtnis ist mir die Geschichte eines Jugendlichen geblieben, dessen Computersucht durch eine Woche Schullandheim zum Vorschein kam. Der Großteil seiner Gefühlswelt war dadurch, das er in seiner gesamten Freizeit ausschließlich am Rechner saß, von diesem Erleben abhängig. So musste er nach 3 Tagen Schullandheim, wegen starker Panikattacken, ins Krankenhaus eingeliefert werden und dann eine Entziehungskur machen. Besonders erschreckend war die Aussage für mich, dass beim Entzug von Computersucht, Ähnlichkeiten des Heroinsuchttzugs festzustellen sind.

Die Nomophobie ist die Abkürzung für No – Mobile – Phobie und wird immer verbreiteter. Besonders nachhaltig Betroffen sind die jüngeren Generationen. Dies wird auch daran liegen, dass die älteren Generationen sich immerhin noch an eine Zeit ohne Handy erinnert und daher weiß, dass man auch sehr gut ohne Handy leben kann. Das Wissen haben die Jüngeren natürlich auch, aber hier wird der Unterschied zwischen Wissen und Begreifen klar. Wissen kann auf rein Intelektuelle Weise abgespeichert und wieder abrufbar sein und muss in keinster Weise verstanden oder begriffen werden. Begreifen ist anders im Körer verankert, daher ist begriffenes Wissen unendlich wertvoller bzw. brauchbarer als einfaches Wissen. Dieses "im Körper verankert sein", ist von großer Bedeutung wenn es um Nomophobie geht. Das körperliche Wissen kann dem Menschen zur Vorbeugung oder auch zur Veränderung von Nomophobie helfen, da er intuitiv noch weiß, dass es auch ohne geht. Ein Mensch der aber diese Gefühl ohne Handy zu existieren nur in sehr jungen Jahren überhaupt erlebt hat, kann auf viel weniger Erfahrungen zurückgreifen, die ihm hier Hilfestellung geben können.

Umso wichtiger ist es für junge Menschen und Eltern sich dieser Nomophobie Gefahr bewusst zu werden, um konkret Vorsorge treffen zu können. Eine psychologische Beratung kann hier gute Hilfestellung bieten.

Gründe warum ich immer mehr mit meinem Handy eins werde:

1. weil die Werbung mir diesen Zustand als positiv verkauft.

2. Weil sehr viele Handlugen und "Orte" welche  von Bedeutug sind, über das Handy laufen können. Spielen, Bankkonto, in Online Geschäften einkaufen,  Kommunizieren, Musik hören usw.

3. weil ein Handy ein Satussymbol geworden ist. Daher haben Handys oft einen hohen materiellen Wert, weshalb schon deswegen Ängste vor dem Verlust eintreten können.

4. Je mehr Daten ich nur auf meinem Handy gespeichert habe, desto wichitger benötige ich es. Wenn alle meine Telefonnummern, Emailadressen, Kontozugänge, usw. nur auf meinem Handy zu finden sind, entsteht große Abhängigkeit. 

5. Handys senden und empfangen Strahlung. Als Menschen sind wir Frequenzwesen und mit feinsten Sensoren ausgestattet. Sogar wenn uns von hinten jemand anstarrt, können wir dies als "da ist was", registrieren. Dieser wichtige Zusammenhang von Handy und Körper auf der Frequenzebene wird oft übersehen. Es kann sein, dass mein Körper tatsächlich nach Handystrahlung "süchtig" wird, oder besser gesagt gelernt hat damit umzugehen. So wie wir Bakterien bereitstellen wenn wir regelmäßig Zucker essen, so wird unser Körper chemische Botenstoffe bereitstellen und dann die Strahlung auch einfordern. wie die Bakterien den Zucker einfordern werden.

Je mehr ich mich mit meinem Handy definiere, also ganz viel von mir, meiner Persönlichkeit in dem Handy ausgelagert ist, desto schneller kann ich in eine Nomophobie abgleiten.

Über was ich mich definiere ist immer von Bedeutung z.B. die Definition: "Ich bin Arzt" kann dazu führen, dass im Alter, wenn der Beruf als Arzt nicht mehr ausgeübt wird, ein großer Teil des Selbstbildes plötzlich verloren geht. Dazu möchte ich eine sehr interessante Beobachtung von Jacques Lusseyran berichten, welche er als Insasse des KZ Buchenwalds gemacht hat. Den Menschen wurden die eigenen Kleider weggenommen und die Haare geschoren. Er meinte nach diesem Prozess konnte er erkennen, wer innerhalb der nächsten Tage sterben wird. Die Menschen die sich ganz durch ihre Kleidung und Haare definiert hatten, bzw. das neue äußere Aussehen, ihr Selbstverständnis zerstörte, verloren sozusagen auf einen Schlag ihr "Selbst". Besser gesagt, sie standen ohne Selbst da und konnten daher den grausamen Umständen keinen inneren Reichtumg entgegen setzten.

Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Nomophobie

1. Das Handy als Werkzeug sehen.

2. Sich nicht über das Handy definieren, sondern sein Ich gestalten.

3. Daten an einem weiteren Ort speichern oder aufbewahren. Z.B. ein besonderer Ordner der Ausdrucke wichtiger Daten enthält.

4. Körperliche Übungen machen, um die Gehirnhälften immer wieder zu synchronisieren, Besonders Überkreuzübungen.

5.Handyfreie Zeiten einüben

6. Etwas bewusst ohne Handy unternehmen um Selbstwirksamkeit und Selbstsicherheit zu trainieren.

7. Verhaltensmuster erlernen, die den Blick aufs Smartphone ersetzen. Z.B. Nach einer Pflanze oder einer bestimmten Farbe, Form....